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Klassische und Historische Fechtkunst
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Kampf und KunstFechten ist beides, sowohl Kampf als auch Kunst. Die meiste Zeit in der Geschichte war Fechten untrennbar mit der Notwendigkeit des Ernstkampfes verbunden. Das heißt man hat gefochten, um in der Eventualität einer Auseinandersetzung auf Leben und Tod optimal vorbereitet zu sein und die Chancen auf das eigene Überleben zu erhöhen. Aber wir können davon ausgehen, daß wann immer Fechten trainiert wurde, es auch als Selbstzweck, also aus Spaß an der Sache und als Körperertüchtigung, ausgeübt wurde. Je nach historischem Kontext wurde der eine oder der andere Aspekt mehr in den Vordergrund gestellt. Eine militärische Nahkampfausbildung ist ganz ernstkampforientiert, das Sportfechten der Gegenwart dagegen kennt den Ernstkampfaspekt gar nicht und ist rein ein athletisches und taktisches Spiel. In der Fechtausbildung der Fechtschule Estoc haben beide Elemente ihren Platz, wenn auch bei den verschiedenen Fechtweisen in unterschiedlicher Gewichtung. Beim Sportfechten wird der Ernstkampfaspekt keine Rolle spielen, bei den historischen Fechtweisen wird er angemessen berücksichtigt. Letztlich bleibt es jedem Schüler selbst überlassen, wie "ernstkampftauglich" er trainieren will. Das ist eine Sache der persönlichen Einstellung. Für unser Training ist jedoch richtungweisend, die Herkunft des Fechtens aus dem Zweikampf nicht aus dem Bewußtsein zu drängen. Auf der anderen Seite aber würde eine ausschließliche Ernstkampforientierung eine Engführung bedeuten, die wir nicht wollen. Fechten als künstlerisches Spiel von Technik und Taktik arbeitet mit dem Prinzip des kalkulierten Risikos. Wenn man nur ernstkampforientiert ficht, wird man auf achtzig Prozent des fechterischen Repertoires verzichten müssen, weil die meisten Aktionen für eine Auseinandersetzung auf Leben und Tod viel zu riskant wären. Aber gerade die Vielfalt an Aktionen macht die spielerische Eleganz und damit die Faszination der Fechtkunst aus. Zusammenfassend zu der Frage der Ausrichtung an Ernstkampf oder an Kunst möchten wir sagen, daß wir grundsätzlich ein großes, auch künstlerisches und sportlich orientiertes Repertoire an fechterischen Aktionen lehren und verfügbar machen. Auf Wunsch der Trainierenden oder im Rahmen besonderer Kurse zur historischen Fechtkunst bieten wir die Möglichkeit, auch ernstkampf- oder selbstverteidigungsorientiert zu trainieren. In solchen Trainingseinheiten wird dann auf die Besonderheiten der ernsten Situation eingegangen und die angemessenen Techniken und Taktiken werden mental und physisch geübt.
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